glueh.
(1)
Wenn imemr nur Stoffe miteinander reagieren, frage ich mich, warum Chemie so weh tut.

(2)
Wie Kalk. Wie Kalk hat sich unsere verhaertete Liebe auf unseren Herzen abgelagert. Die Jahre haben sich wie Kalk auf ihnen abgelagert, die vielen Monate, Wochen, Tage, Stunden. Die vielen Weihnachtsfeste und Valentinstage, die vielen Abendessen bei Geburtstagsparties, die wir zu zweit besucht haben. Vielleicht wird es wieder abbroeseln, Pulver, vielleicht wird es bruechig und faellt wieder ab, von unseren Herzen.
Vielleicht auch nicht.

(3)
Ich hab mir einen Anorak gekauft. Wenn es anfangen wird zu schneien, werde ich ihn aus meinem Schrank holen. Dann werde ich morgens aufwachen, noch vor dir. Ich werde dir beim Atmen zuhoeren, dreizehn Atemzuege werde ich zaehlen. Ich werde mein Ohr vorsichtig an deine Brust legen und dreizehn Herzschlaege abwarten. Vielleicht auch vierzehn. Ich werde vorsichtig unter der Bettdecke hervorkriechen und meinen Anorak aus dem Schrank ziehen. Ich werde das Licht nicht aus machen und die Tuer nicht abschließen. Ich werde dir keinen Zettel dalassen. Ich werde einfach nur gehen, mit einem Eiszapfen in der Hand, den ich vom Fensterbrett brechen werde. Ich mochte deinen Herzschlag

(4)
Ich bin in einem Plastikbeutel gefangen. Manchmal glaube ich, du hast mich hineingesteckt, um mich besser in der Tiefkuehltruhe aufbewahren zu koennen. Ich bekomme hier keine Luft, ich schwitze die ganze Zeit, obwohl ich furchtbar friere, meine Atemwege tun weh von dieser furchtbaren Feuchtigkeit und der Kaelte, meine Haut wird rissig, obwohl sie viel zu nass ist, ganz verschrumpelt. Das Plastik klebt an meiner Haut und an manchen Stellen friert es schon an. Weißt du, wie sich das anfuehlt, hast du eine Ahnung davon, wie es ist, bei dir zu leben, in diesem durchsichtigen Sack? Kannst du dir das vorstellen?
Ich bin keine Lunchbox

(5)
Du hast mich erobert, hatte ich gesagt, mit einem Laecheln. Du hast mich gefangen, du hast mich, du hast mich. Halt mich fest, behalt mich. Mich kann man nicht erobern, ich bin Niemandsland. Mich kann man nicht fangen, ich renne nicht weg

(6)
Auf Wiedersehen, -
25.6.06 22:03
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Yue (28.6.06 08:52)
sie sind wunderschön.diese Fragmente .diese kleinen Kristallenen Bruchstücke ,die von Liebe ,Gewöhnung,Zwang udn Freiheit sprechen...Wunderschön.Es tut weh sie zu lesen ,aber gleichzeitig macht es einen weiser und stärker...Ein Buch kann uns als Axt dienen für das zugefrorene Meer in unserem Innern.so sagte Kafka einst...

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